Hey ihr Lieben,

eigentlich schreibe ich ja auch gelegentlich Gesundheitsposts für Our Clean Journey. Allerdings wird mir durch Beobachtung bei mir selber und passende Lektüre immer mehr bewusst, wie sehr die Lebensumstände und psychischer Stress dazu beitragen, dass man physisch krank wird.

Was einen sehr großen Einfluss auf Gesundheit oder Genesung und damit einhergehend das eigene Seelenheil hat sind gute Freunde. Das war auch mein Thema in den letzten 12 Monaten. Vor ungefähr 1 ½ Jahren habe ich angefangen ziemlich viele Änderungen in meinem Leben vorzunehmen und bin von einem sehr zynischen Menschen zu einem positiven Menschen geworden. In diesem Prozess habe ich viele neue Freunde und Bekannte gewonnen. Wenn sich aber tiefgreifende Veränderungen in seinem Leben bemerkbar machen und man sich ändert, beeinflusst das auch Freundschaften und Bekanntschaften, das habe ich ziemlich stark zu spüren bekommen. Sowohl positiv als auch negativ. Mit einigen früheren Bekannten, bin ich mittlerweile befreundet. Das hätte, bevor einfach sehr viele „Cuts“ in meinem Leben waren einfach nicht gepasst. Das sind so richtige Gute-Laune-Menschen, die einem die Zeit verschönern und ich war früher eher von der negativen Sorte und glaube auch nicht, dass ich vielen Leuten den Tag verschönert habe. Trotzdem habe ich mich mit manchen früheren Freunden in den Monaten auseinander gelebt, darunter auch zwei ehemals gute Freunde, die ebenfalls befreundet sind. Ich kenne beide schon seit der 5. Klasse, was natürlich eine lange Zeit ist.

Jedenfalls war die „Trennung“ zu beiden, relativ unschön. Das eine war ein richtiger „Schnitt“ und mit einem Streit verbunden. Das andere war eher ein sich langsames  voneinander wegbewegen. Ich wäre ein Stein, wenn ich sagen würde, das wäre mir egal gewesen. War es nicht. Aber nach vielen Monaten kann ich sagen, das hat einfach nicht (mehr) gepasst und ich bin über viele neue gute Freunde dankbar in meinem Leben.

Jeder hat natürlich eine andere Art, wie er seine Freundschaften „führt“. Ich bin von der Sorte, dass ich mich in mehreren Freundeskreisen bewege, die über weite Ecken auch irgendwie zusammenhängen. Vermutlich ist das normal, da man über andere Bekannte ja oft neue trifft. Ich war nie jemand, der sich komplett einem Freundeskreis hingegeben hätte und immer mit den gleichen Leuten unterwegs war. Erstens werden mir immer wieder die gleichen Menschen schnell zu anstrengend und ich vermute, dass es den Freundeskreisen mit mir ähnlich geht. Ich bin nicht „gut“ in großen Gruppen, denn ich treffe mich einfach gern mit einer Person allein und habe intensive Gespräche als viele oberflächliche aber ich mag es auch mit mehreren Leuten unterwegs zu sein. Ich habe viele gute Freunde, die jeweils einen eigenen Freundeskreis haben oder in dem gleichen sind.

Das führt logischerweise dazu, dass ich von einem bestehenden Freundeskreis vielleicht mit 3-5 Leuten befreundet bin und mit den restlichen 10 eigentlich nichts zu tun habe. Und natürlich wird man (werde ich) nicht von jedem gemocht. Ich denke es ist immer schwer, sich in bereits bestehende Freundeskreise einzuleben und wenn man sich nicht komplett integriert und nur ab und an dabei ist, ist das noch schwerer. Glücklicherweise werden die Leute älter und haben andere Dinge zu tun als die ganze Zeit „abzuhängen“. Viele meiner Freunde sind Ende 20 bis Mitte 30 und ich habe das Gefühl, dass das Treffen mit den Leuten einfach easy ist, man freut sich, dass man überhaupt mal dazu kommt sich zu sehen und diese Gruppendynamiken von Leuten um die 20 gibt es da einfach nicht mehr. Das ist natürlich alles stark pauschalisiert und nur meine Erfahrung.

Worauf ich hinaus möchte ist folgendes: In den verschiedenen Freundeskreisen, in denen ich mich bewege oder bewegt habe, gab es vor einem Jahr nämlich auch ein bisschen Drama. Ein paar Leute, die eben nur Bekannte und keine Freunde waren kamen einfach nicht mehr so gut mit meiner Person klar und auf einmal hieß es alle aus diesem Freundeskreis mögen mich nicht (mehr) und ich bin ganz furchtbar. Das sitzt natürlich erst mal. Aber wie es mit Drama eben so ist, war das alles einfach unwahr. Trotzdem habe ich in den folgenden Monaten durch einen Umzug von meinen ganzen alten Freunden wenig mitbekommen und mich sehr distanziert und wirklich viel gelernt, was Freunde und Bekannte angeht. Daher möchte ich euch genau das an die Hand geben, wenn man das Gefühl hat manche Freundschaften fühlen sich durchgelaufen an, wie ein altes Paar Schuhe (Was für eine Metapher…).

1. Es tut weh. Scheiße, ja! Aber so ist es nun mal. Alles andere wäre auch unmenschlich und roboterhaft. Egal ob es sich um eine familiäre Beziehung handelt, eine Freundschafts- oder Liebesbeziehung. In den meisten Fällen hat man viel Zeit für eine Person investiert und bei den ersten beiden genannten Beziehungsarten macht man sich auch selten um eine Beendigung des Ganzen Gedanken und ist oft überrascht, wenn es dann doch passiert. Aber es ist nun mal schmerzhaft, wenn man merkt, dass man bestimmten Leuten wohl einfach nicht mehr wichtig ist oder sie sogar etwas gegen euch haben (was aber immer deren Problem ist und niemals eures!). Trotzdem kann man traurig sein. In der Regel bedeutet das den Verlust eines Menschen. Und es ist auch ziemlich hart auf einmal mit Menschen, mit denen man oft oder sogar täglich Kontakt hatte, nicht mehr reden zu können. Manchmal verspürt man den inneren Drang jemanden dies und jenes zu schreiben, weil man das ja immer so gemacht hat. Aber eine Person, die es nicht interessiert, war ihr zu sagen habt, ist auch sicher den Anruf/die SMS/Mail nicht wert. UND: Es ist in Ordnung wütend zu sein oder (auch wenn ich persönlich meine Tränendrüse sehr gut unter Kontrolle habe) zu weinen, wenn euch danach ist.

2. Manchmal vergisst man, dass man die Leute, die euch nicht mögen selber gar nicht mag. Das war in meinem Fall so. Ich habe ja beschrieben, dass ich in mehreren Freundeskreisen Freunde habe und deren Freunde mich teilweise nicht mögen.  Trotzdem  kann man auch „verletzt“ (meistens im Stolz) sein, wenn euch irgendwelche Leute, die ihr nicht einmal gut kennt, nicht mögen. Oft hilft es aber auch schon, wenn man diese Leute genau unter die Lupe nimmt und ehrlich zu sich ist, ob man denn mit diesen Leuten selber irgendwas anfangen kann. Und bei mir ist es unausgeschlossen so, dass wir einfach zu gegensätzlich sind und ich mit den Leuten auch nichts anfangen kann und manche auch ehrlich gesagt irgendwie blöd finde. Ich für meinen Teil bin zwar sehr harmoniebedürftig und mag keinen Streit und urteile wirklich nicht vorschnell über irgendwen aber ja, manche Leute darf man auch blöd finden.

3. Tipp:  Und wenn das immer noch nichts hilft, stelle ich mir vor ob Menschen vor denen ich sehr viel Achtung habe oder sie inspirierend finde sich denn mit diesen Menschen verstehen würden. Das kann die Mama, Schwester, Freundin oder eine berühmte Schriftstellerin (…) sein. Wenn ich wirklich sehr liebe: Erykah Badu. Eine tolle, inspirierende Frau. Wenn ich mir ein Gespräch zwischen Erykah Badu und der Person XY vorstelle würde das nie funktionieren. Ich komme ursprünglich aus einem bayrischen Dorf und viele Leute hier sind einfach gedanklich festgehangen  und haben keinen sonderlich weiten Horizont. Erykah Badu wäre wohl sehr genervt von XY und XY von Erykah Badu. Wen Erykah Badu nicht mag, ist auch nicht wichtig. (Nicht ganz ernst gemeint).

4. Macht Platz für neues. Man kann nicht gedanklich (oder physisch) in alten Freundschaften festhängen, wenn es einfach nicht mehr passt und auf einen nahtlosen Übergang zu neuen Freunden  hoffen. Und generell hat jeder Mensch nur begrenzt Platz, was Freunde und Beziehungen in seinem Leben angeht. Um neue Freunde zu treffen, die besser zu euch passen, muss man sich manchmal von seinen Alten trennen, wenn man sich entschieden hat, dass die Freundschaft mehr schadet als nützt. Ich weiß nicht warum, aber ich habe tatsächlich das Gefühl, wenn man gründlich in seinem Leben aufräumt und Platz macht, meistens etwas oder jemand Neues kommt. Vielleicht weil man sich auch auf Neues fokussiert und nicht mit den Gedanken in der Vergangenheit festhängt. Hat bisher immer geklappt.

5. Wer euch nicht ehrt, ist euch auch nicht wert. Oh, mit diesen Wortspielen habe ich es nicht so. Trotzdem stimmt es. Wer nicht das Tolle, Großartige, Besondere und Liebenswerte in euch sieht? Was wollt ihr denn mit so einer Person? Absolut nichts! Und das gilt wirklich ausnahmslos für uns alle. Jeder (auch die Personen, die du und ich nicht mögen) haben etwas Tolles, Großartiges, Besonderes und Liebenswertes an sich, weil das jeder Mensch hat. Und wenn du und ich das nicht erkennen, sind wir in der Hinsicht Idioten und jeder der das in uns nicht sieht ist ebenfalls ein Idiot. Niemand sollte irgendeiner Person oder sogar Personenkreisen hinterherlaufen, um von denjenigen gemocht zu werden. Das hat mit Selbstwert nämlich überhaupt nichts zu tun. Wer nicht mit euch befreundet sein möchte, soll es einfach lassen. Ehrlich, über sowas mache ich mir keine Gedanken. Ich weiß ich bin toll. Und das sollte jeder von sich denken.  Denn jeder ist es nun mal. Auch wenn es mir nicht leicht fällt, das in jedem zu sehen.

6. Manchmal soll es nicht sein. Nochmal ein Beispiel aus meinem so ereignisreichen Jahr. Manche Leute habe ich kennengelernt und bereits der erste Abend ist komplett schiefgelaufen und ich habe den peinlichsten Auftritt des Abends hingelegt. Und die darauffolgenden Ereignisse, waren nur dezent weniger unangenehm. In dieser Situation kann ich euch nur raten: Lasst es. Versucht es nicht wiedergutzumachen oder mit den Leuten in ein normales Gespräch zu kommen oder sonst irgendwas und ruft sie auch nie an. Macht einfach gar nichts. Schreibt auch nie einen Absatz einem Post über sie, weil die Möglichkeit besteht, dass sie das lesen. Macht einfach gar nichts außer vergessen und löschen. Tut euch den Gefallen. 😀

7. Schließt nicht von einem auf alle. Diese Erfahrung habe ich ja wie gesagt ebenfalls gemacht, bloß weil euch vielleicht ein paar Leute nicht mögen, heißt das noch lange nicht, dass euch niemand mehr aus diesem Personenkreis mag. Das ist wirklich Schwachsinn. Lasst euch von ein paar Idioten nicht die gemeinsame Zeit mit guten Freunden verderben. Oder trefft euch einfach allein mit den Leuten, mit denen ihr wirklich befreundet seid. Irgendwelche Streitigkeiten, Lästereien, usw. sind eure Zeit und Energie nicht wert.

8. Wen jeder mag, der macht was falsch. Das ist doch so ein Standard Satz, aber mal ehrlich, irgendwer lästert doch immer, weil es einfach Menschen gibt, die ihren sehr wackligen Selbstwert aus so etwas ziehen. Respekt und Freundlichkeit hat zwar jeder Mensch verdient aber für niemand auf der Welt sollte man sich verstellen oder sich so benehmen, dass man von demjenigen irgendwie „gemocht“ wird oder damit derjenige nicht über einen herzieht. Ich will auch nicht von jedem gemocht werden, besonders nicht von Menschen, die vergessen, dass jeder Mensch Respekt verdient hat, die mag ich nämlich auch nicht.  Umso älter die Leute werden, umso authentischer werden sie, weil alles andere einfach anstrengend ist. Aber es gibt in jedem Alter Menschen, die das nicht gelernt haben und deswegen sollte man sich daran immer gut erinnern.

9. “Before you diagnose yourself with depression or low self esteem, first make sure you are not, in fact, just surrounded by assholes.” Angeblich ein Sigmund Freud Zitat. Was ich aber nicht glaube, da ich schon ein paar Bücher von ihm gelesen habe und das irgendwie nicht zu ihm passt Aber das ist auch nicht wichtig, denn wahr ist es trotzdem. In den vorherigen Punkten ging es ja darum, dass man feststellt, andere Leute haben ein Problem mit einem. Natürlich kann man auch selber merken, dass man plötzlich ein Problem mit seinen Freunden hat. Dafür gibt es eigentlich nur zwei Erklärungen: Entweder die Leute sind wirklich einfach Idioten, und jede verbrachte Minute ist Zeitverschwendung. Das renkt sich auch nicht wieder ein für gewöhnlich sind solche Leute  kleine Zecken, die man dringend entfernen muss. Oder aber ihr habt euch verändert und sehnt euch vielleicht nach Menschen, die positiver, reflektierter oder aber lockerer und spontaner usw. sind. Das ist ein bisschen schwieriger. Entweder man lebt sich über die Zeit noch mehr mit seinen früheren Freunden auseinander oder aber man findet nach Wochen/Monaten/Jahren auch wieder zusammen. Solche Menschen würde ich nicht sofort aus meinem Leben verbannen, sondern dem Ganzen Zeit geben und einfach schauen, was passiert. Manche Menschen mag man auch sehr gerne, aber die Freundschaft zu ihnen tut einem mehr weh, als gut. Das ist vermutlich oft so, wenn man mit Expartnern befreundet ist. Wer zu welcher Seite gehört ist eigentlich sehr schnell rauszufinden. Fragt euch einfach, ob diese Person euer Leben irgendwie bereichert und was ihr an ihr mögt. Wenn euch nichts einfällt, könnt ihr auch davon ausgehen, dass dieser Mensch für euch keine Bereicherung ist. Im letzten genannten Fall, gilt die Regel: Wenn ihr öfter traurig seid, als glücklich wegen der Person, gehört sie nicht in euer Leben. Löschen, alles Gute wünschen und Amen.

10. Abschließend kann ich nur sagen: Stresst euch einfach nicht. Egal um was es in Bezug auf Freundschaften geht. Vieles wird durch Zeit oder ein ehrliches Gespräch wieder gut und manchmal ist es einfach das Beste, wenn man sich Raum gibt oder gehen lässt. Auch Lästereien und irgendwelche Intrigen sind oft ganz anders, als es anfangs anmutet  und es passiert zum Glück nicht so oft, dass einen wirklich enge Freunde ausrichten. Umgebt euch einfach mit guten Leuten und Menschen, die positive Energie versprühen. Das ist das Beste, was ihr für euch und eure Psyche bzw. Gesundheit tun könnt. So viel muss sich einfach jeder wert sein und all das Drama einfach loslassen. Dann verschwindet das Drama nämlich und sucht sich jemand anders.

 

Seid gut zu euch,

Sandra

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