Als mich lovesign gefragt hat, ob ich ihre vegane Mode bei der Plattform Startnext unterstützen möchte und dies mit euch teilen, dachte ich mir: Ja klar! Her damit! Als ich mich dann an den Post gesetzt habe, kamen mir noch andere Gedanken.

 

Was denken sich unsere Leser, also ihr da draußen, wenn ich plötzlich anfange über vegane Mode zu schreiben. Wie ihr auf meinem privaten Instagamprofil seht, trage ich auch noch ab und zu echtes Leder – und das ist alles andere als vegan. Kommentare und Fragen dazu, habe ich schon viele bekommen.

 

Zur veganen Ernährung kam ich erstmals vor über zweieinhalb Jahren. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich entschlossen, den Versuch zu wagen und mich fortan vegan zu ernähren. Ich habe diese Entscheidung keine Sekunde bereut. Viele meiner Beschwerden haben sich in Luft aufgelöst und mir geht es besser denn je. Warum ich bei der veganen Ernährung geblieben bin, hatte folgenden Grund: Ich bin ein unglaublich emphatischer Mensch und ertrage andere in Schmerzen, körperlich wie seelisch, zu sehen kaum. Mich beschäftigen Szenen aus Filmen, vor allem wenn es um Tierleid geht, sehr lange. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass Tiere für uns leiden müssen. Ich weiß nicht, ob wir Menschen keine Fleischfresser sind und möchte das auch nicht behaupten – da scheiden sich wie bei vielen anderen Themen die Geister. Was ich aber mit Sicherheit weiß, ist, dass eine nicht artgerechte Tierhaltung, wie es oft der Fall ist, und ein verantwortungsloser Konsum keinesfalls in unserer Natur liegt. Würde jeder Mensch sein eigenes Fleisch jagen und selbst zerlegen, würde ich sagen: go for it! Heutzutage ist es aber leider so, dass man im Supermarkt fast erschlagen wird von der Auswahl an Produkten – und das ist einfach krankhaft.

 

Das gilt natürlich auch für hunderte andere Bereiche unserer Konsumgesellschaft und vor allem Billigproduktionen aus Dritte Welt Ländern sind wieder so eine Unfassbarkeit. Und trotzdem, ich trage Marken, die in diesen Ländern hergestellt werden und ich trage Lederprodukte und gehe in den Supermarkt einkaufen. Natürlich wünschte ich, ich könnte oder wollte noch viel mehr tun um diese Welt ein Stück besser zu machen. Vielleicht bin ich einfach noch zu sehr Egoist, aber ich will mir nicht alles nehmen lassen. Ich bin mir meiner nicht veganen und weniger nachhaltigeren Taten bewusst und nehme diese erstmal in Kauf. Darüber viel nachdenken tu ich vermutlich nicht, sonst würde ich es nicht machen. Es gibt auf der andere Seite unglaublich viele Sachen, die ich sehr wohl aus Überzeugung gut mache. Oft lese ich unter meinen Bildern, wie sehr sich viele meiner Dinge und Taten widersprechen. Auch von meinem Umfeld kommt teilweise Unverständnis und ich bin mir auch zu 100% sicher, dass dieser Post bei vielen Sauer aufstoßen wird.

 

Ich will jeden Morgen aufstehen, mich im Spiegel betrachten und sagen können, du bist ein guter Mensch. Nicht ignorant. Nicht egoistisch. Vielleicht muss man das aber heutzutage ein Stück sein, um überhaupt existieren zu können.

 

Ich bin außerdem der Meinung, jeder Mensch sollte etwas Gutes tun, in dem Rahmen, in dem es sich für ihn gut anfühlt. Ich esse keine tierischen Produkte, verwende fast ausschließlich vegane Naturkosmetik, unsere Haushaltsmittel sind alle vegan und ökologisch besser abbaubar, ich versuche so gut wie ich kann unseren Müll zu recyclen, achte auf unseren Strom-und Wasserverbrauch, spende monatlich an eine Tierschutzorganisation, kaufe selbst für unser Büro nur Recyclingpapier uvm. Und nein, diese Dinge poste ich nicht täglich ins Internet, um als Gutmensch dazustehen, denn ich mache sie nicht für andere, sondern für mich selbst und unsere Umwelt. Ich kaufe auch nicht rücksichtslos jedes billige Lederteil, das mir gefällt, so wie früher. Ich habe meinen Lederkonsum drastisch reduziert und achte auf die Herkunft des Produktes, auch wenn ich im Endeffekt vermutlich nie überprüfen kann, woher das Leder wirklich stammt. Und ja, so wie früher fühlt es sich nicht an wenn ich meine Ledertasche um den Arm habe, doch wegwerfen werde ich sie deswegen trotzdem nicht. Wenn ich dafür dann kritisiert werde okay. Vielleicht schließe ich auch meine Augen einfach vor einem wichtigen Thema. Ich denke, die guten Dinge, die ich tue, sind schon weit mehr als der Großteil der Gesellschaft macht. Ich will mich nicht für die Dinge rechtfertigen, die ich mache oder mich dafür entschuldigen. Und schon gar nicht will ich jemanden unter die Nase reiben, wie toll meine Taten sind, die ich unternehme. Ich könnte vermutlich weit mehr machen und vielleicht werde ich das auch, aber alles in meinem eigenen Tempo. Ich wünsche mir, dafür respektiert zu werden, genauso wie ich alle anderen Menschen respektiere, die noch weniger machen oder sich mit diesem Thema noch nie auseinander gesetzt haben.

 

Ich werde euch natürlich gerne mehr über vegane Labels oder Ähnliches berichten, sobald ich auf etwas stoße und hoffe, ihr respektiert auch meine Art und Tempo, mit diesem Thema umzugehen.

Ich freue mich wie immer über Kommentare und Gedanken dazu, wie auch damals in dem Video, als ich das Thema vegane Ernährung und meine momentanen Gedanken dazu ansprach.

Das Label lovesign möchte Statements mit ihrer Kleidung setzen und das auf eine coole Weise. Sie produzieren vegan, nachhaltig, bio und fair. Ich wünsche mir und hoffe, dass immer mehr Marken auf diesen Zug aufspringen und immer mehr Konsumenten bereit sind, mehr Geld für faire und vegane Mode auszugeben. Wenn ihr das Label also unterstützen wollt, könnt ihr das hier machen.

 

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