Nach meinem Bild mit Pigmentflecken im Gesicht auf Instagramstories bekam ich unglaublich viele Nachrichten von Gleichgesinnten und ich dachte, das wäre eine super Gelegenheit meine Geschichte mit euch zu teilen und etwas auf das Thema einzugehen.

Die Pigmentflecken sind (leider) ein weiterer Teil meiner „Auswirkungen nach dem Absetzen der Pille“ Story die manchmal nicht zu enden scheint. Im ersten Sommer nach dem Absetzen der Pille ist mir dieses Problem gar nicht aufgefallen, vielleicht weil ich kurz vor dem Sommer erst den Schritt gewagt habe. Im Sommer darauf bemerkte ich über meiner Oberlippe einen dunklen Fleck der fast wie ein Damenbart aussah. Da ich sonst überall nur ganz helle und wenige Haare habe war ich sehr überrascht und nicht sicher was dieser Schatten zu bedeuten hatte. Meine Hautärztin hat mich dann über Pigmentflecken aufgeklärt und mir erzählt dass diese zB nach hormonellen Veränderungen stattfinden ob dies bei mir zutrifft. Bingo. Das Pille absetzen war eine große hormonelle Umstellung und der Auslöser für die unschönen Flecken. Bevor ich dazu komme wie ich diese am besten vermeide, behandle und kaschiere habe ich meine Ärztin des Vertrauens Dr. Kerstin Ortlechner gebeten uns aufzuklären woher diese überhaupt kommen und was sie sind.

Was sind Pigmentflecken eigentlich?

In der obersten Schicht der Haut, der Epidermis, produzieren pigmentbildende Zellen (Melanozyten) den farbgebenden Stoff Melanin. Dieses bräunlich-schwarze Pigment sorgt bei Sonneneinstrahlung für eine natürliche Bräunung der Haut und verhindert, dass schädliche UV-Strahlen in tiefer gelegene Schichten der Haut eindringen können. Wenn dieser natürliche Prozess jedoch gestört ist, und die Haut Melanin nicht gleichmäßig verteilen kann, treten Farbveränderungen auf und man spricht von Pigmentstörungen. Dabei wird zwischen zwei Formen unterschieden: der Hyperpigmentierung, also dem Überschuss an Melanin und der daher erhöhten Pigmentierung und Hypopigmentierung oder Depigmentierung, eine verminderte Pigmentierung oder völligem Pigmentverlust.

Ursachen

Die Ursachen für Pigmentstörungen hängen von der Form der Störung ab und können in den wenigsten Fällen genau zurückverfolgt werden. Zu den häufigsten Ursachen zählen genetische Faktoren und Veranlagungen, aber auch hormonelle Veränderungen, wie zum Beispiel während einer Schwangerschaft oder als Folge der Einnahme von Kontrazeptiva, wie der Antibabypille. Weiters können auch Stoffwechselstörungen, mechanische Einflüsse wie Druck und Reibung, verschiedene Kosmetika, sowie Medikamente wie Antibiotika Pigmentstörungen auslösen. Den größten Einfluss auf die Bildung von Melanin in der Haut hat jedoch die Sonne und der Kontakt mit ihren UV-Strahlen.

Therapiemöglichkeiten

Allgemein:
• Gegebenenfalls absetzen auslösender Medikamente, z.B. Hormontherapie (Antibabypille) Hormonstatus kontrollieren. Hyperpigmentierungen bilden sich nach der Schwangerschaft oder nach Absetzen der hormonellen Therapie häufig über eine Dauer von mehreren Jahren allmählich wieder zurück.
• Lichtschutz: Meiden direkter Sonnenbestrahlung (insbesondere der Mittagssonne), textile und chemisch/physikalische Lichtschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und Schutz im UVB- und UVA-Bereich (z.B. Anthelios von La Roche Posay).
• Camouflage: In der Regel ist Überschminken (Camouflage) störender Hyperpigmentierungen (z.B. Dermablend VICHY – für mich derzeit eines der besten Produkte am Markt bei Pigmentstörungen) die sinnvollste Lösung.

 

Externa mit eventuell reizenden oder lichtsensibilisierenden Wirkungen müssen strikt gemieden werden.

 

Externe Therapie:
  • Hydrochinon: Depigmentierende Externa mit 2-5% Hydrochinon (Hydrochinon wirkt als kompetitives Substrat der Tyrosinaseenzyme und ist als Therapeutikum der 1. Wahl zu werten) können zur Rückbildung der Pigmentierungen führen. Erste Veränderungen zeigen sich jedoch erst nach 1-2 Monaten, der Erfolg ist nach 6 Monaten zu beurteilen. Achtung: Es kann eine unregelmäßige Hautpigmentierung resultieren!
  • Triple Creme: Stärker wirksam ist die Kombination von Hydrochinon (4%) mit Vit-A-Säure (0,05%) und einem Glukokortikoid zur Verminderung der Reizerscheinungen an der Haut. Diese Kombination ist als magistrale Rezeptur meöglich (s.u. Hydrochinon-Salbe). Hinweis: Statt Vit-a-Säure kann auch eine 10% Glykolsäure verwendet werden.
  • Kojisäure ist eine Substanz die natürlich in Aspergillus oryzae vorkommt. Kojisäure hemmt die Bildung von freier Tyrosinase. Zudem ist es ein Radikalfänger. Kann als Ersatzsubstanz zu Hydrochinon gesehen werden, wenn dieses nicht vertragen wird. In Asien weit verbreitet in Euorpa umstritten.
  • Tretinoin (Vitamin A): Die Wirksamkeit von 0,05% – 0,1% Tretinoin als Monotherapie ist bei postinflammatorischen Hyperpigmentierungen belegt. Auch bei Chloasma liegt eine Studie vor, die eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Besserung belegt.
  • Azelainsäure: 15-20% Azelainsäure (z.B. Skinoren) kann zur Depigmentierung versucht werden. Resultate sind nach 2-4 wöchiger Therapie zu erwarten. Zur Zeit ist 20% Azelainsäure zur Behandlung der Akne zugelassen. Die Behandlung des  Chloasmas ist Off-Label-Use.

 

Operative Therapie:
• Kryochirurgie: Bei umschriebenen Herden werden gute Erfolge mit oberflächlicher Kryochirurgie im offenen Sprayverfahren beschrieben. Diese Methode setzt große klinische Erfahrungen des Therapeuten voraus.
• Laser: Der Einsatz von Lasern (Rubin-, YAG-Laser) wird wegen häufig resultierender unregelmäßiger Depigmentierung unterschiedlich beurteilt.
• Chemical-Peeling: In der sonnenarmen Jahreszeit kann v.a. bei hellhäutigen Patienten ein Chemical-Peeling versucht werden. Insbes. mit 50-70% Glykolsäure, evtl. Kombination von 10% Glykolsäure und 2% Hydrochinon, können in der Hand des Erfahrenen gute klinische Resultate erzielt werden.

 

Durch diesen Beitrag von Karin bin ich auf Dr. Ortlechner überhaupt erst aufmerksam geworden und vertraue nun auch ihrer Expertise wenn es um meine Haut geht. In den letzten Jahren durfte ich für mich glücklicherweise schon Produkte finden, die meiner Meinung nach für meine Haut das „Schlimmste“ verhindern. Ich werde aber definitiv auch noch die oben genannten Tipps ausprobieren.

 

Sonnenschutz:

Egal ob Winter oder Sommer, ich verlasse das Haus nie ohne Sonnenschutz im Gesicht. Im Sommer muss es etwas stärkeres sein und hier vertraue ich auf Lancaster Sun Control Face Fluid.  Am Strand bin ich mit dem Gesicht immer im Schatten und trage den Schutz auf meinen kritischen Stellen verstärkt auf.

Pflege:

Im Sommer trage ich jeden Abend Origins Mega Bright Night Mask gr0ßzügig auf und massiere es besonders an den dünkleren Stellen gut ein. Ich empfinde wirklich eine große optische Besserung dadurch! Den Rest der Pflegeserie möchte ich demnächst unbedingt auch noch ausprobieren.

Kaschieren:

Ganz ebenmäßige Haut ist bei mir im Sommer einfach nicht mehr drinnen, deswegen helfe ich manchmal mit Make-up nach. Herkömmliches Make-up und Concealer funktionieren hier allerdings nicht und lassen das Ganze oft noch schlimmer und  die Haut Grau aussehen. Als gelernter Make-up Artist weiß ich wie man Farben ausgleichen kann. Bei Pigmentflecken setze ich deshalb auf ein kräftiges Orange und trage im Anschluss erst einen hochpigmentieren Concealer auf. Dieses Video fand ich dabei sehr hilfreich. Anfangs habe ich mir mit einem orangen Lippenstift geholfen, für diesen Sommer habe ich mir allerdings die Color Correcting Palette von Stila bestellt.

 

Ich hoffe unsere Infos und Tipps haben euch geholfen und ich freue mich natürlich auch über eure Erfahrungen und Tipps!

 

Edit: In diesem Beitrag habe ich euch über meine Routine bei hormoneller Akne erzählt, diese Produkte sind im Sommer ungeeignet und verschlimmern Pigmentflecken da sie schälend wirken. Dies war vermutlich ein Mitgrund der Pigmentfleckenbildung in meinem Gesicht!

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