Intuition. Eigentlich ein sehr großes Wort. Denn es geht nicht darum, ob ich gerade Essig-Chips-Cravings habe, oder lieber am Sofa faulenze, anstatt mich zum Sport aufzuraffen. Nein. Es geht um „Größeres“ und um etwas, das man nur schwer in Worte fassen kann. Let me try:

Wenn man nach Intuition sucht und darüber recherchiert, findet man viele Definitionen. Im Kern haben sie aber etwas gemeinsam: Sie beschreiben eine Fähigkeit, die aus dem Unterbewusstsein stammt und uns hilft, zu Einsichten zu gelangen oder uns Entscheidungen treffen lässt. Nichts mit Pro und Kontra Listen, nichts mit stundenlangem Kopfzerbrechen, was nun die schlauere Möglichkeit ist. Nichts, das rational zu begründen ist.

Wenn man sie mal gefunden hat, ist Intuition nichts geheimnissvolles oder magisches. Sie ist klar auf den Punkt und direkt und in dem Moment weiß man was man zu tun hat. Es fühlt sich irgendwie „leicht“ an. So fühle ich mich schon seit längerer Zeit. Ich bin immer mehr mit mir im Reinen, kann meine Gefühle und Taten zuordnen und entscheide mich ganz intuitiv oder auch bewusst für bestimmte Dinge.

Vor kurzem habe ich eine (wiedermal) s e h r  große „Entscheidung“ für mich getroffen. Ich will es eigentlich nicht Entscheidung nennen, da ich zwar bewusst den Weg gehe, allerdings mich nicht logisch dafür entschieden habe, sondern einfach auf meine Intuition, meinen Körper, gehört habe. Meine engsten Freunde wissen auch schon lange, dass ich über dieses Thema viel nachgedacht habe.

Ich ernähre mich nicht mehr vegan.

Zumindest nicht mehr so wie früher. Natürlich gab es in den letzten Jahren immer wieder Ausnahmen für mich in Urlauben oder Restaurants wo das Essen, das aus Versehen doch nicht vegan war, nicht zurückgeschickt wurde. Aber zuhause kam es für mich zum Beispiel nie in Frage mich nicht vegan zu ernähren. Jetzt nach über fünf Jahren möchte ich dieses „Label“ eigentlich nicht mehr tragen (warum muss man immer einen Stempel auf die Ernährung einer Person geben?). Ich ernähre mich, wie ich mich ernähre. Und irgendwas in mir hat einfach gesagt, dass ich jetzt loslassen soll. Ich kann es wirklich nicht erklären und ich bin mir sehr bewusst, dass viele von euch diesen Schritt nicht verstehen. Als ich vor sechs Jahren damit begonnen habe mich damit zu beschäftigen, konnte ich mir nicht vorstellen jemals einen anderen Weg zu gehen, aber ich war mir sehr wohl bewusst, dass man niemals nie sagt.

Ethisch finde ich die vegane Ernährung nach wie vor die Richtige. Aber im Moment möchte ich mich einfach nicht einschränken, das tue ich durch meine Autoimmunerkrankung sowieso schon sehr. Deswegen kommen bei mir seit einiger Zeit auch wieder mehr Ziegen-, Büffel- und Schafskäse und Eier auf dem Tisch. Im Restaurant bestelle ich mir auch mal einen Fisch. Ich achte nach wie vor sehr bewusst auf die Herkunft und Qualität meiner Produkte, auch wenn ich weiß, dass das kein Argument ist für bzw. gegen den Veganismus. Kochen tue ich meist noch vegan, aber eben nicht immer. Und das wichtigste: Ich genieße es, ich fühle mich so satt und genährt wie schon sehr lange nicht mehr. Vielleicht finde ich den Weg auch wieder „zurück“, aber eigentlich möchte ich dieses Thema gar nicht mehr so groß aufgreifen und mich selber abstempeln, sondern einfach das essen, was sich für mich gerade richtig anfühlt.

Es ist spannend, wenn ich zurückblicke, denn vor etwas mehr als einem Jahr habe ich diesen Artikel geschrieben. Und im Nachhinein sehe ich, dass mich das schon damals beschäftigt hat, aber ich mich noch nicht „getraut“ habe, ganz auf meine eigene Intuition zu hören.

 

Wie findet man also zu seiner Intuition?

Die Frage ist wohl am schwierigsten zu beantworten. Sie wird vermutlich auch für jeden anders zu beantworten sein. Vielleicht ist es der klassische „fast 30 Effekt“ und die Erfahrungen die man in den ersten drei Jahrzehnten seines Lebens gesammelt hat. Ich kann euch nur verraten, was ich mache, um meine Intuition in Gang zu bringen bzw um sie „anzuzapfen“.

  1. Selbst-Akzeptanz bzw. Selbst-Liebe: Mit sich selbst Frieden zu schließen ist der erste und wichtigste Schritt. Nicht nur für Intuition, sondern für so viele Bereiche im Leben. Es gibt so viele Dinge die man tun kann: Me-Times, Meditationen, Yoga, Sport, Gespräche (auch mit Therapeuten), uvm.
  2. Die Stimmen von anderen ausblenden: Man kann sich so schnell von (gut gemeinten) Ratschlägen oder Worten von Freunden, Familie, etc. verunsichern lassen. Auch wenn es vermutlich oft stimmt, was sie uns raten, so ist es doch wichtig, zualler erst auf sich selbst zu hören. Wenn ihr eure eigene Stimme noch nicht kennt, dann befolgt mal einen der nächsten Schritte zuerst.
  3. Auf sich hören: Ja, das hört man oft. Doch wie mache ich das? Ich pausiere alles für einen Moment, trete mental einen Schritt von der Situation zurück, atme mindestens 3x so richtig tief durch und höre auf das Gefühl wenn ich mir eine Situation vorstelle. Fühlt sich mein Körper angespannt an, ist es ein klares Nein. Fühle ich einen „Zug“ nach vorne und ein leichtes Gefühl, dann ist es ein Ja.
  4. Keine Angst vor Fehlern: Lasst euch nicht davon abschrecken, eurer Intuition zu folgen, nur weil es euch Angst macht oder ihr keinen Fehler machen wollt. Fehler sind menschlich. Fehler passieren. Und Fehlern sind da um aus ihnen zu lernen.
  5. Let it happen: Mich beruhigt es zu wissen, dass man nicht alles wissen kann, schon gar nicht im vorhinein. Für mich war es zum Beispiel einst ein wichtiger Schritt, eine Agentur (mit-)zu gründen. Doch nur ein paar Jahre später war es nicht mehr richtig für mich. Lest hier mehr darüber.

 

Es kann dauern, bis man lernt auf sich selbst und seine Intuition zu hören und es nicht mehr mit Verlangen oder Angst verwechselt. Seid also geduldig, wenn ihr euch auf die Reise macht und vielleicht helfen euch ja meine Tipps dabei. Erinnert euch stets daran, dass Intuition kein hektisches Gefühl ist, sondern ruhig und leicht.

 

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