Coachella, das wohl gehypteste Festival der Social Media Szene. Ob es diesen Hype wert ist?

Für mich ging es vorletztes Wochenende zum zweiten Mal auf das sogenannte Coachella Valley Music & Arts Festival. Neben Musik, einem Haufen an Promis und Instagirls kann man nämlich tolle Kunstinstallationen bewundern. Wusstet ihr das?

Das 3-Tages Festival zählt zu einem der größten weltweit und hat zahlreiche Bühnen wo man Auftritte von Alternative-Rock-, Hip-Hop- und Electronica-Künstlern bewundern kann.

Tickets

Es ist gar nicht so schwer an Festival Pässe ranzukommen, wie man vielleicht denkt. Wenn man es nicht auf der offiziellen Website geschafft hat, kann man diese auf seriösen Seiten wie vividseats.com ganz einfach Second Hand kaufen. Diese werden dann kurz vor dem Festival an eine amerikanische Adresse geschickt. Mit 500€ aufwärts für einen regulären 3-Tages-Pass muss man bei diesen Tickets allerdings rechnen. Selbst vor Ort kann man noch Tickets von diversen Verkäufern ergattern, die Preise hierfür sind jedoch fast 3x so hoch!

Unterkunft

Sowohl Hotels als auch Airbnbs sind während dieser Zeit unglaublich schnell ausgebucht, um diese sollte man sich also relativ schnell kümmern. Preislich sind sowohl Hotels als auch Airbnbs an diesen beiden Wochenenden natürlich viel teurer als sonst. Es lohnt sich definitiv in Indio zu wohnen, je näher zum Gelände desto besser. Luxus darf man hier nicht erwarten auch wenn man dafür zahlt. Camping und Glamping, die Luxusvariante von Camping, gibt es übrigens auch.

Anfahrt

Indio, Coachella, liegt ungefähr zwei Stunden von Los Angeles entfernt. Ein heißer Tipp ist es allerdings, einen Tag vor dem Festival anzureisen, am besten schon Vormittags, um sich viel Verkehr und möglicherweise sogar ein Einfahrverbot zu seiner Unterkunft zu ersparen, da schon alles rund um das Gelände gesperrt ist.  Ebenso würde ich empfehlen, erst einen Tag nach dem Festival abzureisen, da am letzten Tag die Acts und Parties oft länger gehen als gedacht. Allerdings ist selbst der Verkehr am Montag zurück nach Los Angeles der Wahnsinn, die Fahrt könnte doppelt so lange dauern als sonst. Wir haben an das Festival einfach ein paar entspannte Tage in Palm Springs angehängt und sind diesem Trubel so entkommen.

Parken

Fast jedes Hotel bietet zu dieser Zeit mehrmals täglich Shuttles zum und vom Festival an und auch zahlreiche Uber-Fahrer sowie Taxis stehen bereit, auf die man allerdings stundenlang warten muss, wenn man am Ende des Festivaltages nach Hause möchte. Die Tickets zum Parken am Gelände muss man auf der offiziellen Festival Seite erwerben. Wie oben erwähnt kann es allerdings Stunden dauern, bis man seinen Parkplatz verlassen kann. Man muss sich also wirklich gut informieren wie man täglich an – und abreist.

Einlass

Es gibt kein Mindestalter um zum Festival gehen zu dürfen, einzig für Alkoholkonsum muss man sich täglich nochmal ein neues Bändchen mit seinem gültigen Lichtbildausweis holen. Die Kontrollen sind ähnlich jenen an Flughäfen und sorgen für Sicherheit am Gelände, was man gerne in Kauf nimmt, auch wenn man etwas länger anstehen muss. Eine genaue Liste an Dingen, die man mitnehmen darf, findet man auf der Website. Ich musste selbst einmal meine kleine Kamera draußen lassen was natürlich extrem ärgerlich ist wenn man keine Unterkunft direkt neben dem Gelände hat wie wir.

Essen

An Optionen mangelt es bestimmt nicht. Vor allem Veganer würden Luftsprünge machen. Die Schlangen vor allem gegen Abends hin sind meist sehr lang, aber die Abfertigung geht recht schnell also keine Sorge. Dass man für eine Acai Bowl 20$ hinblättert oder mexikanische Gerichte auf Papptellern für 3 Personen über 100$ ist allerdings eine andere Sache. Das einzig „Günstige“ ist Wasser für 2$.

Alkohol & Drogen

Alkohol ist wie in ganz Amerika etwas schwerer zu bekommen als bei uns. Um auf dem Festivalgelände an Alkohol zu kommen muss man seinen Ausweis nochmal ganz genau bei einem extra Stand kontrollieren lassen um dann ein weiteres Bändchen zu bekommen. Mit diesem kann man dann in einen abgesperrten Bereich des Geländes wo es sündhaftteuren Alkohol in Minibechern zu kaufen gibt. Der Alkohol darf diesen Bereich auch nicht verlassen. Im VIP Bereich darf man überall Alkohol trinken und anscheinend auch Drogen nehmen, ich war in diesem Jahr ziemlich schockiert wie viele Menschen unter Drogeneinfluss oder Alkohol standen. Von meinem ersten Besuch vor drei Jahren habe ich noch geschwärmt, weil es im Gegensatz zu europäischen Festivals viel angenehmer war und man nicht zwischen tausenden betrunken Menschen herumspringen musste. Das ist allerdings vermutlich auch der Unterschied zwischen dem VIP und „normalen“ Bereich gewesen.

Outfits

Bei keinem anderen Festival zählt die Wahl des Outfits so sehr wie hier. Ich kenne zumindest kein anderes Festival wo es normal ist, in Designerklamotten zu kommen. Wobei das natürlich nicht die Priorität ist, sondern ein cooles „Instagrammy“ Outfit zu haben. Ich muss sagen am letzten Tag war uns das alles zu blöd und wir sind ungeschminkt in Jeans und T-Shirt gekommen und haben uns pudelwohl gefühlt. Wir konnten eigentlich nur mehr den Kopf schütteln über diese Craziness und über uns selbst. Bitte macht euch null Druck über solche Dinge und genießt einfach das Festival, außer natürlich ihr habt Spaß daran oder seid auch beruflich wie zB Blogger etwas von euren Bildern abhängig.

Tipps

Da es tagsüber bis zu 40 Grad in Indio bekommen kann ist Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung wirklich essentiell wenn man den ganzen Tag am Gelände verbringen möchte. Abends kühlt es dagegen extrem ab und man braucht unbedingt etwas zum Überziehen auf dem Heimweg. Ein Tuch als Mundschutz sollte man auch mitnehmen, denn durch den aufgewirbelten Staub kann man beim nach Hause gehen nur schlecht atmen.

VIP

Wir haben uns diesmal VIP Tickets „gegönnt“. Der Bereich war allerdings so überlaufen und gesteckt voll, dass wir ehrlich sagen müssen, dass es sich nicht gelohnt hat. Der einzige große Vorteil war der schnellere Ein-und Ausgang, was sehr angenehm ist, wenn man sich in Menschenmassen nicht so wohlfühlt. Man sieht aus dem VIP Bereich auch nur die Hauptbühne, alle anderen liegen auf dem Gelände verteilt. Ich kann euch den Tipp geben am zweiten Wochenende anzureisen, da hier die ganzen Sideevents wegfallen und somit deutlicher weniger Promis, Blogger und Co unterwegs sind. Ich würde fast sagen am zweiten Wochenende geht es wirklich nur um die Musik.

Worth the Hype?

Wenn man an Musik interessiert ist JA! Auch wenn 500$+ viel klingen bekommt man wirklich viel für sein Geld. Alleine die Atmosphäre ist wirklich einzigartig. Fast 12 Stunden täglich performen Acts auf den diversen Bühnen und überraschen die Gäste fast immer mit Surprise Acts die plötzlich die Bühne stürmen und hier rede ich von namhaften Leuten wie Kanye West, Jay Z, Destiny’s Child, Ne-Yo, One Republic und VIELEN MEHR die plötzlich unangekündigt da sind und die Bühne rocken. Ganz zu schweigen von den Hauptacts welche für normale Konzerte in Europa ja auch schon um die 100€ verlangen. Alleine für Beyonce’s Performance war es mir das Geld wert! Der absolute Wahnsinn.

Natürlich kommen neben den Tickets noch viele Kosten wie Unterkunft, Anreise, Flug, Essen etc. zusammen. Ein Schnäppchen ist natürlich etwas anderes. Wenn man es aber mit einer schönen Reise verbindet oder immer schon davon geträumt hat, dann ist es das wert, darauf zu sparen!

Ob ich nochmal hingehe weiß ich nicht, ich habe mir während des Festivals oft gedacht, dass ich jetzt eigentlich lieber zu Hause liegen und die Musik dort hören würde anstatt inmitten dieser Menschenmengen und der Oberflächlichkeit. Aber vielleicht liegt das auch einfach an meinem Alter, der sich ändernden Prioritäten und der Weisheit 😉

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