Bevor ich ins Detail dieses Artikels gehe, muss ich dazu sagen, dass ich nicht qualifiziert bin jegliche ärztlichen Ratschläge oder Tipps auszusprechen. Ich kann euch in diesem Beitrag nur berichten, was ich persönlich seit meiner Hashimoto Diagnose geändert habe.

Anfang des Jahres wurde ich mit beginnender Hashimoto Thyreoditis diagnostiziert. Meine Entzündungs- und Antikörperwerte waren erhöht und an meiner Schilddrüse konnte man im Ultraschall eine unebene Oberfläche, sowie Knoten ganz klar sehen. Meine Ärztin, sowie viele andere die ich danach gefragt habe, konnten mir nur sagen, dass ich abwarten soll, bis meine Hormonwerte sich so verschlechtern, dass ich mein Leben lang Medikamente nehmen muss. Sie meinte das könne noch in diesem Jahr passieren, in ein paar Jahren oder wenn ich Glück habe nie. Jedenfalls soll ich regelmäßig zur Kontrolle, wenn es mir schlechter geht dann früher und mich unbedingt melden, sollte ich schwanger werden.

Der einzige Tipp, den mir die Ärztin damals gab, war, es drei Monate mit Selen zu probieren. um meinen Speicher mit Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken, zu füllen.

Auch wenn Hashimoto und Schilddrüsenprobleme für so viele, speziell Frauen, der Alltag sind und man „gut damit leben könne“, wie es die Ärzte so schön sagen, kam es für mich wie ein Schock. Selbst wenn man mit den Medikamenten normal leben könnte war ich jetzt „für immer krank“. Ich wollte das nicht! Ich wollte nicht gut „mit etwas leben können“, was ist das eigentlich für eine Aussage? Ich wollte gesund sein! Also machte ich mich auf die Suche, nach anderen Menschen die so denken wie ich und fand nicht zuletzt durch euch, meine Community, unglaublich viel Rückhalt, Tipps und Zusprachen. Mir haben auch zahlreiche Menschen geschrieben die nicht „gut damit leben können“ sondern immense Probleme haben, teilweise seit Jahren (!), und ich habe glücklicherweise zahlreiche Frauen gefunden, die ihre Krankheit tatsächlich heilen konnten. Ihre Werte waren wieder wie bei gesunden Menschen. Doch viele Mediziner haben mir gesagt, dass dies nicht möglich sei …

Ich ging also allen Tipps und Umstellungen, die ich durch Nachrichten, Bücher, Blogs, Foren, Artikel uvm. sammeln konnte, nach und stellte einen kleinen Plan auf. Wie ihr sehen werdet ist meine Liste ziemlich lang und ich kann euch natürlich nicht sagen, welcher dieser Faktoren tatsächlich dazu geführt hat, dass sich meine Werte verbessert haben. Meine Entzündungs- und Antikörperwerte haben sich nach 6 Monaten mehr als halbiert und der anfängliche Knoten in meiner Schilddrüsen ist nur mehr ein Millimeter großer Schatten. Für mich persönlich ein riesen Erfolg und ein Zeichen, dass es in die richtige Richtung geht. Von der Ärtzin kam dazu kein großer Zuspruch oder Feedback. Hat mich auch nicht überrascht, sie hielt meine Methoden, auf die ich auch nur minimal einging, nicht für sinnvoll bzw. wissenschaftlich erwiesen. Ich brauche keine wissenschaftlichen Beweise wenn ich persönliche Erfahrungsberichte von der ganzen Welt finde! Aber auf das Thema Ärzte, Pharmaindustrie, Wissenschaft und Co möchte ich gar nicht eingehen. All diese haben sehr wohl eine sehr berechtige Existenz, aber über den Tellerrand zu sehen schadet gewiss niemanden.

Ich werde nun die Dinge aufzählen, die ich in meinem Leben seit meiner Hashimoto Diagnose geändert habe. Ich werde nicht auf alle Punkt detailliert eingehen, da dieser Artikel dann ein ganzes Buch werden könnte. Wenn euch ein Thema näher interessiert klickt auf die Links die ich einfüge oder recherchiert – wie ich selber tue – gerne mehr nach. Mein Tipp ist es immer auf English zu googeln, da findet man meist mehr Artikel. Ich bin wie gesagt kein Experte in dem Gebiet und ihr findet bestimmt ausführlichere Artikel zu jedem einzelnen Thema. Fühlt euch aber bitte frei auch eure Tipps und Erfahrungen hier mit mir und anderen zu teilen!

Ernährung

Der mit Abstand häufigste Tipp den ich gelesen habe war Gluten weglassen, zu 100%, ohne Ausnahmen und Krümelchen im Essen. Gesagt getan! Meinen Artikel dazu findet ihr hier.

Generell ist das Thema Ernährung bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto ein riesen Faktor, den man meiner Meinung nach nicht missachten sollte. Wie schon vor meiner Diagnose ernähre ich mich vegan und so clean und biologisch wie möglich. Am liebsten koche ich alles selbst, kaufe fast ausschließlich Biolebensmittel und achte darauf soviel Gemüse wie möglich zu essen. Natürlich gehe ich auch gerne mal essen, trinke ab und zu Alkohol und lebe ein „normales Leben“, aber der Großteil sieht eben wie oben beschrieben aus. Für mich ist das keine Diät, ich liebe und präferiere es sogar. Für mich gibt es nichts Besseres und Leckereres als gesundes, selbst gekochtes Essen und natürlich Pizza, ich liebe Pizza! Glücklicherweise ist es nicht so schwer, in Wien eine leckere glutenfreie Pizza und andere Köstlichkeiten zu finden.

Wenn euch das Thema Ernährung und Hashimoto näher interessiert gibt es zahlreiche Artikel – einfach googeln! Auch in meinen Buchtipps werdet ihr Infos und Tipps finden. Wie ihr in diesem Artikel von mir nachlesen könnt, höre ich mittlerweile auch viel mehr auf meinen Körper, wenn es um das Thema Ernährung geht und esse, auf was ich in diesem Moment Lust habe. Im Sommer trinke ich fast täglichen reinen grünen Saft aus Zutaten wie Spinat, Kohl, Gurke, Sellerie uvm. bevor ich den Tag mit einem „normalen“ Frühstück starte. Dafür habe ich mir nach längerer Recherche einen sehr teuren Entsafter zugelegt. Am schwersten fällt es mir aber tatsächlich, auf Gluten zu verzichten, einfach weil gutes frisches Brot, italienisches Essen uvm. nicht vergleichbar ist. Aber die Gesundheit ist definitiv Motivation genug, um darauf zu verzichten und es gibt wirklich zahlreiche leckere Lebensmittel mit denen man diese Ersetzen kann.

Ich versuche auch, Plastik in der Ernährung (Verpackungen, Tupperware, Flaschen usw.) so gut wie möglich zu vermeiden, da man diesen auch einen Einfluss auf die (vor allem weiblichen) Hormone nachsagt und sie die Leber belasten.

Nahrungsergänzung

Im Sommer hat mir eine befreundte Ärztin den Hormonspezialisten Dr. Matthai empfohlen. Bei ihm habe ich dann ein Blutbild gemacht, welches abgesehen von den Hormonwerten auch alle relevanten Mikronährstoffe getestet hat. Raus kamen ziemlich viele Mängel. Von Kupfer, Zink, Magnesium, D3, Omega 3 bis hin zu Jod uvm. Dinge, die ich schon aus meiner vorherigen Recherche über Nahrungsergänzung und Mängel bei Hashimoto gelesen habe. Dies ist ein wichtiges Thema bei Autoimmungerkrankungen in welches ihr euch einlesen solltet. Ein solcher Test ist mit ca. 550€ leider nicht günstig, aber die Informationen die ich daraus schöpfen konnte durchaus wertvoll! Neben den Zusätzen die bei mir als Mängel festgestellt wurden nehme ich zusätzlich noch täglich Kurkuma Kapseln (mit schwarzem Pfeffer) und Schwarzkümmelöl. Diese gehören zwar in die Kategorie Ernährung, da ich sie aber in Kapselform zu mir nehme schreibe ich sie hier dazu. Außerdem wichtig wäre ein Esslöffel hochwertiges Leinöl pro Tag. Hier muss man nur die empfindliche Lagerung und Haltbarkeit beachten.

Osteopathie

Wenn etwas mein Leben verändert hat, dann Osteopathie, genauer genommen Markus Schötta. Er war auch derjenige, der mir aus meinen langwierigen Magen-/Darmproblemen vor über einem Jahr half. Ich kann es schwer beschreiben was er macht, aber er spürt den Körper seiner Patienten einfach unglaublich gut und weiß wo die Punkte sind, an denen man arbeiten sollte, bevor man es selbst weiß. Er hat mir bei unserer ersten Sitzung vor 1,5 Jahren gesagt, dass ich meine Jobs (damals noch ca. fünf  unterschiedliche) auf einen reduzieren sollte. Damals habe ich noch gelacht. Jetzt sitze ich da mit „nur“ einem Job. Ohne, dass ich jemals mit ihm darüber gesprochen habe was ich eigentlich arbeite. Aber das ist nur ein mini Einblick, ich habe auch schon Freunde zu ihm geschickt die von den unglaublichsten Erfahrungen erzählen können. Immer wenn ich aus seiner Praxis rausging hatte ich das Gefühl, endlich wieder durchatmen zu können. Bis ich es irgendwann selbst wieder gelernt habe durch seine Hilfe. Er hat einen riesen Anteil an meinem Heilungsweg, da bin ich mir ganz sicher und ich kann wirklich nur jedem empfehlen Osteopathie mal auszuprobieren, egal welche Beschwere ihr habt! Markus war auch derjenige, der mir empfohlen hat zu einem Kineslogen zu gehen, mit dem er gemeinsam schon viele Hashimotopatienten behandelt hat.

Kinesiologie

Wieder so ein Arzt (weiß leider nicht ob das der korrekte Ausdruck ist), bei dem ich nicht 100% beschreiben kann wie und was er tut, aber es hat mich überzeugt. Beim Thema Ernährung konnte er mir zwar nicht mehr viel empfehlen, aber konnte nur alles bestätigen was ich gesagt habe, auch in Hinblick auf Nahrungsergänzung. Er hat mir ebenso aufgezeigt, dass mein Stresslevel und meine Unfähigkeit zu Entspannen einen riesengroßen Anteil an dieser Erkrankung haben können und dass es sehr wohl einen Weg zurück gibt. Man muss ihn nur gehen! Durch ihn bin ich auf Dinge wie Zirben (Kissen, Düfte ,…), Trockenbürsten, meine Salzlampe, Basenbäder in der richtigen Zykluszeit, die heilende Kraft von Natur und Bäumen, Elektronik aus dem Schlafzimmer verbannen uvm. gekommen, was ich nach und nach umsetzte. Vor allem aber seine Blickwinkel zu dem Thema Stress und seine Erfahrungen mit Patienten in dem Bereich haben mich hoffnungsvoll gestimmt.

Stress & Auszeit

Auch wenn mich nun schon zwei qualifizierte Personen, abgesehen von Familie und Freunden, auf meinen Stresslevel bzw. die fehlenden Entspannungen dazwischen, hingewiesen haben, habe ich diesen letzten Faktor erst geändert, als ich gemerkt habe, dass ich nicht mehr konnte. Den Artikel dazu findet ihr hier und hier. Diese Entscheidung und Zeit für mich hat mein Leben verändert! Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte und ich lebe seitdem viel bewusster und höre auf meinen Körper. Er sagt mir wann ich wieder eine Pause brauche und ich ziehe die Grenzen zwischen Arbeit und Entspannung viel stärker. Sport, frische Luft, Waldspaziergänge, Yoga, Meditieren, ausreichend Schlaf ohne Wecker (auch wenn mein Körper teilweise bis zu 12 Stunden davon braucht), Spaziergänge im Wald, erstmal reduzierte Arbeit uvm. gehören bei mir jetzt dazu. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Auslöser meiner Autoimmunerkrankung der unzumutbare Stress und das Hin und Her zwischen mehreren Jobs war. Ich war ständig auf Hochtouren und das nicht nur für einen kurzen Zeitraum, sondern über Jahre hinweg. Und doch wollte ich immer mehr und mehr. Das Einzige was ich jetzt möchte ist gesund und glücklich sein. Ich muss nicht reich sein, um das zu erreichen. Die Tage wo es cool war kaum zu schlafen, weil man soviel gearbeitet hat, sind vorbei. Leute die so etwas sagen tun mir heute leid. Arbeit ist nicht das wichtigste im Leben, klar wenn sie einem Spaß macht und erfüllt ist das mega und ich werde auch immer ein Mensch sein, der darin aufblüht und sich entwickelt und dafür lebt, Neues zu erschaffen und kreativ zu sein. Aber ich möchte mich nicht mehr dadurch definieren. Diese Frage von meinem Osteopath hat mich sehr beschäftigt und mir am Ende den Weg zu meiner jetzigen Einstellung geebnet. Das selbe gilt für Menschen in meinem Leben. Ich treffe mich nur mehr mit Menschen oder gehe zu Terminen/Events die mir etwas geben, also meiner Seele. Alles andere ist nicht relevant.  Ebenso sehe ich das, wenn es um Kooperationen und Arbeit geht. Hat es keinen Mehrwert für mich oder meine Leser oder passt nicht zu mir, wird es abgelehnt. Das ist ein wahnsinnig befreiendes Gefühl, egoistisch zu sein, auf dem Level auf dem es niemanden anderen schadet oder sogar auffällt, aber einem selbst gut tut.

Natur auf dem Körper und in der Wohnung 

Genauso wichtig wie natürliche Ernährung, ist auch alles andere, womit wir unseren Körper umgeben. Wie schon lange ist mir Naturkosmetik, vor allem wenn es um Duschgel, Körperlotion usw. geht extrem wichtig. Jede zusätzliche Belastung für den Körper ist bei Autoimmunerkrankungen schädlich. Warum es so wichtig ist, nur Natur an den Körper zu lassen lest ihr in meinen Artikel hier. Natürlich mache ich auch hier Ausnahmen, vor allem wenn es um Make up und Gesichtspflege geht, aber ich achte soviel Produkte wie möglich aus Naturkosmetik zu verwenden, das gilt auch für Zahnpasta, Deo und Co. Genauer genommen achte ich darauf in der gesamten Wohnung nur Natur einzusetzen. Putzmittel, Waschmittel, Spülmittel und Co sind bei uns alle natürlich. Herkömmliche Putzmittel enthalten teilweise aggressive Mittel, die ihr täglich in der Wohnung einatmet. Zum Beispiel setzen auch billige Duftkerzen oft sehr schädlich Dämpfe in die Luft die wir genüsslich einatmen jedoch für unseren ohnehin geschwächten Körper wie Gift sind. Genauso die Kleidung die ihr an eurem Körper tragt und eure Haut einatmet. Hierbei achte ich auf das Waschmittel, wobei „chemiefreie“ Kleidung natürlich die noch besser Wahl wäre.

Reinigung Schwermetalle Darm

Schwermetalle können ein Auslöser für Hashimoto sein, darüber findet ihr zahlreiche Artikel im Internet. Dabei kann zB. eine Algenausleitung helfen. Ich persönliche habe mich im Sommer für eine Hydro Colon Therapie entschieden, was ihr hier nachlesen könnt. Eine Algenkur möchte ich aber unbedingt auch noch nachholen, da ich viele Amalgamfüllungen hatte und man auch bei häufigen Flugreisen mit Schwermetallen in Verbindung kommt.

Ätherische Öle

Die Öle sind ein lieb gewonnener Bestandteil meines Alltags geworden und ich möchte sie und ihre Wirkung nicht mehr missen. Hier findet ihr meinen Artikel zu diesem Thema mit vielen Details und welche Öle ich wo und in welcher Art verwende.

 

Ich weiß diese Dinge klingen erstmal ziemlich überwältigend und so als müsste man sein komplettes Leben umkrempeln und nie wieder Spaß haben, Essen gehen, auf Urlaub fahren usw. kann. Auch wenn ich schon lange sehr gesund lebe und ich auch Freude daran habe, war es zwar auch für mich eine Umstellung, aber ich lebe jetzt trotzdem völlig normal und schaffe es auch in jedem Urlaub genussvoll zu „überleben“. Ich will euch nichts vormachen, die Umstellung war schon eine Herausforderung, und ich dachte dass ich ihr nicht gewachsen bin. Ich bin anfangs oft verzweifelt und habe einfach nur geheult weil ich nicht wusste, wo ich anfangen soll und immer neue, wichtige Themen gefunden habe. Aber step by step habe ich einzelne Dinge umgesetzt und so langsam aber sicher meinen Weg eingeschlagen. Die Verbesserung meiner Werte hat mir dann bewiesen, dass ich auf dem richtigen Weg bin und ihr könnt das genauso sein! Wenn mir diese ganze Sache etwas gezeigt hat, dann das der Körper unglaublich ist und alles schaffen kann. Und vor allem dass ich nicht alleine bin – ich danke wirklich jedem einzelnen der sich die Zeit genommen hat mir zu schreiben und seine Erfahrungen und Tipps weiterzugeben. Ich hoffe mit diesem Artikel kann ich ein Stück zurückgeben, an andere, die gerade Mut brauchen!

 

Foto: Schierer Wahnsinn, Sweater: Esprit 

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