Als ich meine Auszeit angetreten bin, wusste ich nicht was mich erwarten wird. Ich habe weder konkrete Vorstellungen an die Zeit an sich gehabt, noch an die Erkenntnisse die ich daraus treffen sollte. Ich hatte schon so ein Gefühl, dass sich etwas verändert wird, aber mit der Entscheidung die ich am Ende getroffen habe, nicht.

Um diese Geschichte richtig zu erzählen,  muss ich etwas ausholen: Schon als Kind habe ich davon geträumt einmal in einer Werbeagentur zu arbeiten. Fragt mich nicht wie ich auf den Gedanken gekommen bin, aber in alten Freundschaftsbüchern habe ich tatsächlich das geschrieben anstatt die üblichen Berufswünsche die man als Kind hat. Viele Jahre später habe ich Luisa kennengelernt und wir haben schnell gewusst, dass wir nicht nur freundschaftlich eine sehr tiefe Verbindung haben, sondern auch beruflich. Der Wunsch nach einer gemeinsamen Agentur wurde immer größer und die “Agentur Schönstrasse” entstand. Doch durch die Distanz und unser großes gemeinsamen Projekt Our Clean Journey kamen wir nie dazu, wirklich eine Agentur zu sein und so gründete ich ein paar Jahre später in Wien mit Freundinnen unsere jetzige Agentur sososocial. Nach über 1,5 Jahren bin ich extrem stolz auf unsere Entwicklung, Wachstum und Kundenstamm. Wenn man zurückblickt habe ich mir einen Traum erfüllt, den Traum einer eigenen Agentur.

Doch was passiert, wenn man plötzlich merkt, dass eine eigene Agentur eigentlich gar nicht das ist was man in Zukunft machen möchte? Wenn das eigene Naturell eigentlich überhaupt nicht für diese Art der Arbeit geschaffen ist und einem der Wachstum des eigenen Geschäfts eher Bauchschmerzen bereitet als Freude? Wenn der Traum, den man in seinem Kopf hatte, eigentlich gar nicht das ist was man sich vorgestellt hat? Als mir dieser Gedanke in meiner Auszeit ganz plötzlich einschoss, wusste ich sofort, dass ich gehen muss. Ich bin viel zu jung, aber irgendwie auch zu alt, um mich beruflich nicht zu verwirklichen, jetzt ist die Zeit dafür und ich würde es bereuen wenn ich, vor allem als Selbstständige, Dinge mache, von deren Zukunft ich gar nicht träume. Ich will diesen Post nicht länger machen als er schon ist und zu sehr ins Detail gehen, ich will damit nur sagen, dass ich keine Angst habe vor Veränderungen, großen Entscheidungen und “Rückschlägen”. Ja ich habe viel Zeit, Energie, Herzblut und auch Geld in dieses Vorhaben – die Agentur – gesteckt, aber das darf nichts an meiner Entscheidung ändern. Vor allem nicht letzteres.

Jetzt sitze ich hier, natürlich noch im selben Büro mit meinen liebsten Freundinnen, die “unsere” Agentur weiterführen  und sich trotzdem wahnsinnig für mich freuen. Nicht darüber, dass ich nicht mehr mit ihnen zusammenarbeite, sondern dass ich diesen Schritt für mich gewählt habe und meinen eigenen Weg gehe. Ich werde mich erstmal, und dazu muss ich sagen endlich, dieser Plattform und den dazugehörigen Kanälen widmen. Bald ist es sechs Jahre her, dass wir Our Clean Journey gegründet haben und ich habe immer wieder andere berufliche Prioritäten gesetzt, anstatt auf mich selbst zu achten und ich freue mich auf die Zeit, die kommt. Was danach oder noch zusätzlich passiert weiß ich nicht, aber wie ich mich kenne, steht das nächste Projekt schon um die Ecke und bis dahin gebe ich mir Zeit, diesen Weg mit einem gesunden Rhythmus zu gehen und mir auch die Feierabende, Wochenenden und Auszeiten zu gönnen, die ich brauche.

Ich weiß, dass viele sich nicht trauen, einschneidende Schritte zu gehen und ich hoffe, dass ich mit meiner kleinen Geschichte ein paar Menschen Mut gemacht habe, ihrem Bauchgefühl, Träumen oder was auch immer nachzugehen. Man lebt nur einmal, wie man so schön sagt!

PS: Ich war während meiner Auszeit, unter anderem, in einer Gesprächstherapie. Mir war es wichtig über all die Dinge, die in den letzten Jahren beruflich abgelaufen sind, auch mit jemand Neutralem zu sprechen und ich denke das hat mir viel Klarheit verschafft. Schon alleine die Tatsache, dass man gewisse Dinge aussprechen kann. Vielleicht hilft das ja auch euch.

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Fotos: Patrick Langwallner

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