Disclaimer: Ich bin kein Arzt oder Spezialist auf dem Gebiet, daher kann ich die Infos nur so weitergeben wie ich sie weiß und finden konnte. Falls ihr Ergänzungen habt, kann ich sie gerne aufnehmen!

Meine Diagnose Hashimoto war ein kleiner Wendepunkt in meinem Leben. Das ärztliche Fazit “damit müssen Sie jetzt leben” wollte ich nicht – und will ich noch immer nicht – so hinnehmen. Hier könnt ihr mehr darüber lesen.

Nachdem ich euch auf Instagram davon erzählt habe, haben mich zahlreiche Tipps erreicht, was man bei Hashimoto tun und lassen sollte. Ein häufiger davon war die glutenfreie Ernährung. Auf den ersten Blick hätte ich Gluten nicht unbedingt in Zusammenhang mit Hashimoto gebracht, doch bei genauerem Betrachten, macht es eigentlich Sinn. Natürlich bin ich kein Arzt und kann euch keine wissenschaftlichen Informationen geben, allerdings möchte ich euch ein wenig an dem Wissen teilhaben lassen, dass ich mir seitdem angeeignet habe:

Was ist Gluten?

Zuerst einmal die Frage was Gluten eigentlich ist. Denn heutzutage hört man das wirklich sehr oft, viele Restaurants und Supermärkte bieten schon glutenfreies Essen und Produkte an. Stark vereinfacht gesagt: Gluten ist das Protein in Getreide. Es besteht aus zwei weiteren Proteinen: Glutenin und Gliadin. Es wird auch oft als “Klebereiweiß” bezeichnet, denn es klebt bei der Verarbeitung mit Wasser richtig den Teig zusammen, was natürlich tolle Teige für Pizza oder Brot ergibt.

Weizen

Manche Getreidesorten haben mehr, manche weniger Gluten. Weizen hat am meisten Gluten, fast 50 Prozent des Weizen besteht aus Gluten. Seitan, ein veganes Fleischersatzprodukt, wird ebenfalls aus Weizen-Gluten gewonnen.

Der Weizen, den wir heutzutage konsumieren und der als Grundnahrungsmittel gilt, hat eigentlich in der Form gar nicht existiert. Er entstand aus der Kreuzung zwischen verschiedenen Getreidesorten wie Kamut, Einkorn und Emmer und wurde immer mehr kultiviert, damit er sich optimal anbauen lässt. Gleichzeitig stieg auch der Gluten-Gehalt sodass er mittlerweile zur Hälfte aus Gluten besteht. Das macht Weizen zwar optimal für die industrielle Verarbeitung, aber kann mitunter Schuld daran sein, dass es Krankheitsbilder wie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) gibt. Wie üblich bei medizinischen Studien gibt es manche die eindeutige Beweise dafür haben, aber auch manche die Beweise dagegen haben.

Was macht Gluten im Körper?

Da die glutenfreie Ernährung immer mehr zum Trend wird fragt man sich schon, was denn an Gluten so schlecht ist. Die Antwort darauf liegt im Darm. Wie ich vor kurzem schon über den Selbstversuch “Extrem Detox” geschrieben habe, ist der Darm der Sitz der Gesundheit. Zwischen 60 und 80 Prozent des gesamten Immunsystems werden im Darm gebildet! Umso wichtiger ist es natürlich, darauf zu achten, was man zu sich nimmt. Aber das ist ein eigenes Thema, wo Clean Eater und Veganer sowieso die Nase ein bisschen vorne haben.

Viel spannender ist, wie der Darm auf Gluten reagiert. Denn Gluten ist alleine schon nicht so leicht zu verarbeiten für den Körper. Hinzu kommt die klebende Eigenschaft, die auch im Darm noch vorhanden ist. Der Darm ist oft gewunden, eng und hat viele Ausbuchtungen – ideal für kleine Glutenteile, um sich darin zu verstecken und festzukleben. Das Problem ist dabei, dass durch das Ankleben die Darmwand beschädigt wird und “Löcher” entstehen.

Leaky Gut Syndrom

Diese “Löcher” sind zwar nur unter dem Mikroskop erkennbar aber sind dennoch groß genug um Bakterien durchzulassen, die nicht durch sollten. Normalerweise gelangen nur Wasser und Nährstoffe vom Darm in den Blutkreislauf, bei einer Beschädigung der Darmbarriere allerdings auch Giftstoffe oder Pilze. Man spricht vom Leaky Gut Syndrom (Deutsch: Undichter Darm Syndrom). Die Stoffe die durchgelassen werden, werden vom Körper angegriffen, die Entzündungswerte steigen und das Immunsystem wird hellwach. Leider ist die Immunabwehr aufgrund der eindringenden Zellen verwirrt und greift die eigenen Zellen an, was schlussendlich zu einer Autoimmunerkrankung führen kann.

Natürlich hat nicht jeder, der Gluten isst gleich ein Leaky Gut Syndrom, und das Leaky Gut Syndrom wird auch nicht nur durch Gluten ausgelöst. Mediziner streiten sich darüber was davon was begünstig und welche Faktoren hier noch mitspielen (Stress ist zum Beispiel ganz oben auf der Liste! Ebenso Zucker, Medikamente und Alkohol). Diese “Löcher” bleiben bei gesunden Menschen auch nur für einige Minuten, bei Glutensensibilität für mehrere Stunden oder Tage und bei Zöliakie mehrere Wochen!

Zusammenhang von Gluten und Hashimoto

Was ist nun aber mit Gluten bei Hashimoto? Nun, man kann davon ausgehen dass der Darm schon beschädigt ist, wenn man Hashimoto diagnostiziert bekommt. Zwar heißt das nicht dass jeder mit Hashimoto gleichzeitig Zöliakie hat, aber meist eine Glutensensitivität.

Weiters haben Forscher herausgefunden, dass bei Menschen mit Glutenunverträglichkeit der Bedarf an Schilddrüsenhormonen höher ist und als die Versuchspersonen auf Gluten verzichtet haben hat sich auch die Produktion der Schilddrüsenhormone erhöht.

Erschreckend finde ich die Tatsache, dass es eine Ähnlichkeit zwischen Gluten, bzw. genauer gesagt dem Protein Gliadin, und de Schilddrüsenzellen gibt. Wenn also Gluten durch die Darmwand kommt, ist das ein Angriff an das Immunsystem und es reagiert darauf. Nur leider kann es schwer zwischen dem ähnlich strukturierten Schilddrüsengewebe unterscheiden und folglich wird dieses auch angegriffen.

Wer noch nach “Beweisen” für den Zusammenhang zwischen Gluten und Schilddrüse sucht, ist wahrscheinlich genauso überrascht wie ich, folgendes zu erfahren: Die Österreichische Krankenkasse bezahlt bei Hashimoto Patienten sogar einen Gentest auf Zöliakie! Das heißt, es muss doch einen Zusammenhang zwischen Gluten, Darm und Schilddrüse geben?

Warum verzichte ich also auf Gluten?

Bei mir wurde zwar nie eine Glutenunverträglichkeit diagnostiziert, aber ich habe mich auch nie testen lassen. Wenn ich an meine Verdauungsprobleme von früher zurückdenke dann ist es nicht so weit hergeholt dass mein Darm stark auf die Umwelt oder die Ernährung reagiert (Reizdarmsyndrom!).

Fakt ist für mich dass durch Hashimoto mein Immunsystem schon in Alarmbereitschaft ist. Daher möchte ich mit dem Verzicht auf Gluten meinem Darm etwas Ruhe gönnen und etwaige “Löcher” im Darm wieder heilen, sodass mein gestresster Körper seinen Funktionen wieder normal nachgehen kann.

Für mich ist der Verzicht auf Gluten aber nur ein Baustein, um mein Hashimoto zu kurieren. Ganz oben auf der Liste steht auch, meinen Stress zu reduzieren.

Außerdem kenne ich, nicht nur durch eure zahlreichen Nachrichten, sondern auch persönlich Menschen, denen der Verzicht auf Gluten tatsächlich geholfen hat Hashimoto zu heilen und ihre Medikamente abzusetzen – entgegen aller Prognosen der Ärzte.

Ein paar Rezepte ohne Gluten

Das Kochen von glutenfreien Speisen ist wirklich einfacher als gedacht und gerade zuhause fällt die Umstellung kaum auf. Das Essengehen in Wien ist eigentlich auch relativ relaxed, da die meisten Restaurants Optionen haben, etwas schwieriger wird es erst im Urlaub.

Ein glutenfreie paar Rezepte auf dem Blog:

Glutenfreies Bananenbrot

Kichererbsenpasta mit “Unusual Green Pesto”

Rhabarber Erdbeer Crumble

Mehr einfache und alltägliche Rezeptideen findet ihr auf Instagram!

PS: Vor ein paar Jahren habe ich schon mal eine 30 Tage Glutenfrei – Challenge gemacht, lustig jetzt nochmal alles nachzulesen. Es fällt mir diesmal viel leichter, wenn es um die eigene Gesundheit geht, dann hat man doch eine komplett andere Einstellung dazu.

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