Immer wieder bekomme ich die Frage gestellt, ob ich mich noch vegan ernähre. Das tue ich! Aber vielleicht nicht mehr ganz so streng wie in den letzen vier Jahren … Was sich geändert hat?

Auf Hochzeiten oder Geburtstagen esse ich meistens ein Stück Torte, im Restaurant bestelle ich auch mal ein Gericht wo ich nicht zu 100% weiß ob es vegan ist, oft sogar ganz bewusst; die Eier von den Hühnern die im Garten meines Freundes herumlaufen esse ich auch ab und zu genüsslich pochiert zu meinem Avocadobrot, in Frankreich habe ich mir sogar ein Stück Ziegenkäse zum Salat gegönnt. Ohne schlechtes Gewissen.

Aber gehen wir zurück zum Anfang, warum ich eigentlich angefangen habe mich vegan zu ernähren. Angefangen hat das Ganze nämlich mit einer TV Total Sendung in der Attila Hildmann sein damals brandneues Buch Vegan For Fit vorgestellt hat und die geilen Zucchini Nudeln mit der veganen Bolognese Sauce gemacht hat, die heute jeder kennt. Damals hat Attila von seiner veganen Reise erzählt und die zahlreichen Vorteile der veganen Ernährung hervorgehoben. Als er von reduzierter Migräne sprach, war ich schon überzeugt. Kurze Zeit später habe ich mir das Buch gekauft und gestartet. Tatsächlich sind schon nach den ersten Wochen zahlreiche positive Dinge passiert. Meine Migräne war reduziert, mein Stoffwechsel und Reizdarm haben sich signifikant zum Positiven verändert, meine Allergien sind verschwunden und auch mein Gewicht hat sich ohne  Sport oder hungern wieder zu meinem Wohlfühlgewicht eingependelt und sich seit dem kaum verändert. Mit den nächsten Jahren sind aber nicht nur die gesundheitlichen Vorteile für mich ein Grund geblieben dran zu bleiben, sondern vor allem auch die ethischen und moralischen Gründe, sowie Umweltprobleme, die mich davon überzeugt haben, dass vegane Ernährung das Richtige für mich sind. Bücher wie Skinny Bitch, The China Study, Peace Food, Cowspiracy, Forks over Knives, Before the Flood, Earthling uvm. sind großartige Denkanstoße für alle, die diese Themen interessieren.

Meine Einstellung zu dem Thema hat sich auch heute, über vier Jahre später, nicht geändert. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass die Tierhaltung wie sie heutzutage für unsere Lebensmittel erfolgt, absolut falsch ist und es feig ist von den Menschen nicht daran zu denken, wo das schön verpackte Stück Fleisch eigentlich herkommt. Außerdem glaube ich wie immer schon, dass Milchprodukte nicht gesund für unseren Körper sind und uns eher krank als gesund machen.

Allerdings habe ich für mich einfach einen Weg gefunden, wie ich es mit mir vereinbaren kann auch mal nicht so streng zu sein und auch mal Ausnahmen  zu zulassen – auch wenn ich mir nicht immer erklären kann wie das möglich ist, wenn ich nach wie vor die gleiche Meinung vertrete. Ich kaufe zwar nur rein vegane Produkte und koche zuhause auch nur vegan, aber wenn ich mal unterwegs bin, möchte ich mir die Freiheit lassen einfach mal das zu essen, was auf der Karte ist und auf was ich Lust habe. Mal wieder Fleisch zu essen kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, alleine der Gedanke daran, ein Stück von einem Lebewesen in meinem Mund zu haben, graust mir. Aber ich sage niemals nie, wer weiß was passiert. Interessanterweise habe ich von vielen gehört, dass sie nach 4-5 Jahren veganer Ernährung oft einen Gedankenwandel haben, nicht mehr so streng sind oder eine Phase haben, wo sie auch mal andere Lebensmittel essen. Ich scheine also nicht alleine zu sein mit diesem Wandel. Irgendwie komisch trotz moralischer Ansichten, trotzdem einfach mal zu machen auf was man Lust hat. Eigentlich komplett egoistisch, doch dass sind wir Menschen einfach. Ich möchte mich nicht immer einschränken und mir Dinge verbieten.

Körperlich geht es mir mit der veganen Ernährung noch immer super, meine Werte sind Top, meine Eisenwerte besser als zuvor, nur einen B12 Mangel habe ich nach über vier Jahren veganer Ernährung entwickelt. Dazu muss ich sagen, dass ich B12 nicht supplementiert habe, was mein eigener Fehler war. Dies hole ich im Moment natürlich nach!

Mich würde eure Meinung zu dem Thema wirklich sehr interessieren und ich freue mich auf eure Erfahrungen!

Titelbild: André Huber für unsere DM Zusammenarbeit “Wir sind schön. Für uns”.

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