Den Begriff Smart City haben wir sicher alle schon mal gehört. Doch was steckt wirklich dahinter? Smart Cities sind nicht nur von technologischen Innovationen geprägt, sie stechen besonders durch aktive Bewohner hervor, die die Stadt aktiv mitgestalten und weiterentwickeln. Der Klima- und Energiefonds Österreich setzt genau hier an und hat zum Ziel, das Wohlbefinden und die Lebensqualität mit und für die Bürger zu steigern und zu erhalten, sodass auch künftige Generationen davon profitieren können

Unter dem Motto “Greening the City” startet heute die Ausschreibung zum Smart City Award, bei der jeder österreichische Bürger zur Teilnahme aufgefordert wird. Gesucht sind “grüne” Ideen, Visionen und Konzepte, die auch das soziale Miteinander fördern. Besonders “smart“ werden Vorschläge bezeichnet, die die vielfältigen Aspekte einer nachhaltigen Stadt vereinen und dadurch einen Mehrwert schaffen. Der Award ist in mehrer Phasen geteilt: Zur Einreichung präsentiert man seine Idee, in Phase 2 erfolgt die Umsetzung und voraussichtlich im August werden die Gewinner gekürt. Es werden die 50 besten Projekte mit jeweils 500 Euro ausgezeichnet. Eine grüne Stadt schaffen und auch noch Geld damit gewinnen? Also wenn das kein Anreiz ist 😉

Da das Ganze noch recht vage klingt, gebe ich euch ein paar Beispiele was man damit gemeint ist. Es geht um Projekte die sich von Bürgern leicht umsetzen lassen und zeigen, wie jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann und so sein Wohlbefinden enorm steigern kann. Sei es Sonnenstrom am Dach, Bio-Gemüse aus dem Innenhof oder andere Gemeinschafts- und Sozialprojekte. Ein besonders spannendes Beispiel ist in meinen Augen das Projekt Obststadt, das 2012 in Wiener Neustadt gestartet wurde.

Die Obststadt ist ein Projekt, das von Martin Mollay gegründet wurde. Der Hintergedanke ist simpel: Warum sollte ich im Supermarkt Äpfel kaufen die aus Neuseeland kommen, wenn Äpfel doch ohnehin in der Region auf Bäumen wachsen? Und warum sollten diese Bäume nicht frei für alle zugänglich sein und man kann das ernten was man braucht? Martin hat die Vision, dass die Bewohner einer Stadt oder gar eines ganzen Landes autark leben können, indem auf öffentlichen Räumen Obstbäume gepflanzt werden. Klingt doch ziemlich gut oder? Er hat sein Projekt damals dem Bürgermeister vorgestellt und von der Gemeinde Unterstützung bekommen. Eine Baumschule hat die ersten Bäume gestiftet, die auf öffentliche Plätze gepflanzt wurden. Als das Projekt durch die Medien ging, wurden immer mehr Bürger darauf aufmerksam und wurden zu Baumpaten. Mit einem Beitrag von 50 Euro wird die Stadt um einen weiteren Obstbaum bereichert. Mittlerweile gibt es schon mehrere hundert Bäume, von denen sich die Bewohner frei das Obst pflücken können. Auch in umliegenden Gemeinden wurden schon freie Obstbäume gepflanzt und momentan spricht der Projektgründer mit der Stadt Wien, sodass das Projekt hoffentlich auch dort Fuß fassen kann. Denn im Grunde könnte man statt Blumen auch Obst- und Gemüsepflanzen in der Stadt setzen. Leider sind viele Stadtgärtnereien bzw. Gemeinden noch nicht bereit, sich für so ein geniales und einfaches Projekt zu engagieren.

Ein Entwurf des ersten öffentlichen Obstgartens von Wiener Neustadt.

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Gründer Martin mit seinen Helfern, die extra aus Deutschland angereist sind.

Nichts schmeckt so gut wie selbstgepflückte frische Äpfel!

Warum mir die Obststadt ein besonderes Anliegen ist und ich sie als Beispiel ausgewählt habe, ist nicht nur die Vorliebe zu frischen und gesunden Bio-Obst und Gemüse, sondern auch die Erinnerung an alte Zeiten. Früher war Omas Garten voll mit Äpfeln, Birnen und endlosen anderem Obst und Gemüse welches ich einfach wahllos ernten durfte. Ich vermisse die Zeiten und frage mich, wie viele Kinder solche Erlebnisse heutzutage noch haben und ihr Obst ab und zu noch selber pflücken dürfen.

Und genau hier sind dann wir Bürger gefragt, denn unsere Nachfrage und unsere Ideen signalisieren die Richtung in die wir unsere Stadt mitentwickeln möchten. Also wenn ihr Ideen habt, die eure Umgebung grüner machen können, dann nehmt unbedingt am Smart City Award teil, denn schon eine kleine Aktion kann etwas ganz Großes in Bewegung setzten!

Alle Infos zum Award und zum Einreichungsprozess findet ihr hier.

 

In grüner Zusammenarbeit mit den Klima – und Energiefonds

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